ASGB-GTV: Verzerrung der Tatsachen!

In News von ASGB Redaktion

Richard Goller, Sekretär der Fachgewerkschaft Transport und Verkehr (GTV) im Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB), kritisiert mit Nachdruck den offenen Brief Ingomar Gatterers an Daniel Alfreider und stellt fest, dass inhaltlich gar einige Tatsachen verzerrt werden.

Es sei, so Goller, nichts anderes als ein Wunschtraum, dass – wie von Gatterer geschrieben – die Busfahrer durch die Neuorganisation in der SAD Nahverkehrs AG mehr verdienen würden. Fakt sei ein anderer, nämlich, dass die Chauffeure mehr Stunden für das selbe Geld leisten müssten. Genauso müsse die Behauptung wiederlegt werden, dass eine Dienstspanne von 15 Stunden italienweit als Maßstab gelten würde und die Gewerkschaften dies mittragen würden. Eine Dienstspanne von 15 Stunden sei italienweit generell nur in begründbaren Ausnahmesituationen vertretbar. Die Unterstellung, die Politik würde Steuergeld indirekt für die Mitgliederakquise der Gewerkschaften zweckbinden, sei ein an den Haaren herbeigezogener Blödsinn, der es gar nicht wert sei, kommentiert zu werden.

„Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der CEO der SAD Nahverkehrs AG, Ingomar Gatterer, nach Vorbild Pippi Langstrumpfs das Motto pflegt: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Anders sind derartige Falschbehauptungen, die auch noch an die Öffentlichkeit getragen werden, nicht nachvollziehbar. Der SAD-Chef sollte viel eher öffentlich erklären, warum seine Buschauffeure in Scharen gekündigt haben und viele essentielle Dienste im öffentlichen Nahverkehr nun von ortsfremden, der Zweisprachigkeit nicht mächtigen Fahrern erbracht werden müssen. Zeitlimits für die Montage der Schneeketten oder sich durch Übermüdung des Personals häufende Blechschäden sprechen eine andere Sprache, nämlich, dass der dem Personal auferlegte Druck in allerletzter Konsequenz auch zu Personenschäden führen könnte“, schreibt Goller in einer Aussendung.

Er könne gut sein, so der Sekretär der GTV, dass eine Inhouse-Vergabe der Liniendienste, den Steuerzahler mehr kosten würde – Tatsache in dieser Hinsicht sei aber, dass Ingomar Gatterer das Aufkeimen dieser Diskussion selbst heraufbeschworen hätte: „Hätte der CEO der SAD die Dienste entsprechend seiner Vorgänger geführt, wäre eine Inhouse-Vergabe niemals diskutiert worden. Nun, vor dem Hintergrund der Arbeitssituation des Personals, dem reihenweisen Abspringen einheimischer Fahrer, der sich verschlechternden Dienstleistungsqualität und der nicht unbegründeten Angst, es könnte unter Umständen zu Unfällen mit Personenschaden kommen, finde ich, ehrlich gesagt, eventuelle Mehrkosten wären das kleinere Übel. Die gerade erst erfolgte Vorlage eines Angebotes seitens der SAD Nahverkehrs AG, die Dienste der SASA übernehmen zu wollen, werte ich als einen verzweifelten Versuch, die davon schwimmenden Felle retten zu wollen.“