ASGB-GTV: Wo bleibt die Konsequenz?

In News von ASGB Redaktion

Mit Kopfschütteln reagiert der Sekretär der Fachgewerkschaft „Transport und Verkehr“ (GTV) im Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB), Richard Goller, auf den Umstand, dass die Vertagung des Beschlusses zur Übernahme des öffentlichen Nahverkehrs durch das Land beantragt wurde.

Goller kann sich das Einknicken nicht erklären: die Solidaritätswelle, die der Beschluss ausgelöst habe, hätte die Einbringer in ihrem Bestreben eigentlich bestärken müssen. Nun bleibe ein fahler Beigeschmack und es stelle sich die begründete Frage, ob die Einbringer des Beschlussantrages nicht vor den Forderungen der Wirtschaft, das Land solle nicht Unternehmer spielen, eingebrochen seien. Dabei sei auch die Rolle der Wirtschaft zu hinterfragen, denn jene, die gegen den Einstieg des Landes in den öffentlichen Nahverkehr opponieren, wüssten genau, in welcher prekären Arbeitssituation sich die einzelnen Bediensteten befinden. Man müsse endlich anfangen, kollektive Interessen vor Einzelinteressen zu stellen.

Den Buschauffeuren und den Passagieren hätte, so der Gewerkschafter, diese Aufschubhandlung jedenfalls keinen Gefallen getan – viel eher aber dem Mehrheitseigner der SAD AG, Ingomar Gatterer, einen Bärendienst erwiesen. Genau diese inkonsequente Haltung der politisch Verantwortlichen sei Bestätigung für Gatterer, dass er seinen Betrieb auch weiterhin führen könne, wie er wolle: nämlich zumindest zweifelhaft in Bezug auf die Arbeitnehmerrechte.

„Es ist Tatsache, dass den Chauffeuren zu viel zugemutet wird. Chronische Übermüdung, zu wenig Pausen und zu straffe Reglements von Seiten des Arbeitgebers können letzten Endes auch eine Gefahr für die Passagiere bedeuten. Von der geringen Entlohnung spreche ich in diesem Zusammenhang noch gar nicht. Als Gewerkschafter kann ich über solche ad hoc Entscheidungen nur noch den Kopf schütteln und hoffe dem einen oder anderen mit dieser Aussendung auch den Kopf gewaschen zu haben. Dass dies nötig ist, bestätigt die Tatsache, dass sogar die benötigte Mehrheit für den Beschluss vorhanden gewesen wäre“, schließt Goller.