ASGB: Sprachbarrieren im Sanitätswesen durch 8-wöchigen bezahlten Intensivsprachkurs lösen

In Newsby ASGB Redaktion

Es ist Fakt – und dies sei auch gut – dass im öffentlichen Dienst und somit auch im öffentlichen Sanitätswesen der Zweisprachigkeitsnachweis zu erbringen ist, so Tony Tschenett, Vorsitzender des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB). Fakt ist aber leider auch, dass unbefristete und befristete Anstellungen von Pflegern und Ärzten häufig an deren mangelnder Kenntnis der Zweitsprache scheitern. Der ASGB deponiert hierfür einen Lösungsvorschlag.

 Der ASGB-Chef hat sich informiert, wie in anderen Ländern, in denen es offiziell mehrere Amtssprachen gibt, das Erlernen der zweiten Sprache gefördert wird: „Man muss nicht ständig das Rad neu erfinden, oft ist ein Blick über den Tellerrand hinaus vollkommen ausreichend. Eine einleuchtende Lösung, auf die ich gestoßen bin, wäre ein bezahlter mindestens achtwöchiger Intensivsprachkurs für das betroffene Personal. Das heißt, dass nach Unterzeichnung des Arbeitsvertrages nicht sofort mit der Arbeit begonnen wird, sondern dass in den ersten acht Wochen ein Vollzeitsprachkurs, dessen Stundenanzahl sich an den kollektivvertraglich festgelegten Wochenarbeitsstunden orientiert, besucht wird. Der Besuch des Sprachkurses wird dabei voll entlohnt. Der Vorteil, der sich dabei ergibt ist der Umstand, dass sich das Personal ohne weitere berufliche Ablenkungen rein mit der Sprache auseinandersetzen und diese rascher erlernen kann.“

Die Erfahrungen in anderen Ländern mit diesem Modell seien – so Tschenett – durchaus positiv. Er sehe dieses Modell auch unbürokratisch und schnell umsetzbar. Zudem könne man von Ärzten und Pflegern, die eine intensive und zeitaufwändige Ausbildung hinter sich hätten, auch erwarten, innerhalb acht Wochen die zweite Sprache angemessen zu erlernen – immerhin wäre die Gesamtstundenanzahl annähernd so hoch, wie sie unsere Kinder in den ersten drei Jahren Volksschule erlernen.