ASGB übt harsche Kritik an Anaao

In Newsby ASGB Redaktion

Tony Tschenett, Vorsitzender des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB), übt massive Kritik an der Ärztegewerkschaft Anaao und fünf weiteren Ärzten, welche mittels Rekurs versuchen, die grenzüberschreitende Facharzt-Ausbildung an Südtirols Spitälern zu versenken und die Annullierung der Arbeitsverträge zweier Auszubildenden fordern.

Eine gewerkschaftliche Forderung, welche die Annullierung von Arbeitsverträgen zum Inhalt habe, sei nicht nachvollziehbar, und würde die Arbeit der Gewerkschaften, die sich tagtäglich für die Lohnabhängigen einsetzen, ins Lächerliche ziehen. Die Aufgabe von Gewerkschaften sei es, dafür zu sorgen, dass Löhne, soziale Absicherung und die Arbeitsbedingungen dem bestmöglichen Standard entsprächen. Genau diese Kennzeichen würden die Arbeitsverträge der beiden Auszubildenden aufweisen, die laut Anaao-Rekurs nun annulliert werden sollten.

Als hanebüchen bezeichnet der ASGB-Chef die Rechtfertigung dieses Rekurses seitens der Rekurssteller, die Mitarbeit der Auszubildenden könnte sich negativ auf die Arbeit des Ärzteteams auswirken und das Recht auf Gesundheit der Patienten gefährden: „Erstens wird die Arbeit von Auszubildenden von den Ausbildnern überwacht – somit ist das Recht auf Gesundheit der Patienten natürlich gewährleistet – und zweitens würde sich durch die Ausbildung ein Problem, mit welchem wir in den Südtiroler Spitälern konfrontiert sind, nämlich die langen Wartezeiten aufgrund eines signifikanten Ärztemangels, bedeutend reduzieren. Zudem würde mich interessieren, warum sich die Arbeit der Auszubildenden negativ auf die Arbeit des Ärzteteams auswirken sollte. Wenn dem so wäre, dann dürfte kein Betrieb in Südtirol mehr ausbilden.“

„Dieser Rekurs entbehrt jeglicher Vernunft. Eine der wichtigsten Maßnahmen, dem Ärztemangel aktiv entgegenzuwirken, zu versenken, ist rein rational nicht nachvollziehbar. Die Anaao und ihre Unterstützer sorgen mit dieser Maßnahme dafür, dass sich die Jungärzte im Ausland umschauen werden und dass der Sanitätsstandort Südtirol weiter an Attraktivität verliert – mit Auswirkungen für die gesamte Südtiroler Gesellschaft. Die Rekurssteller sind gefordert ihren Fehler einzusehen und zum Wohle aller ihren Rekurs zurückzuziehen“, so Tschenett.