Unannehmbare Arbeitsbedingungen und nicht ordnungsgemäßes Funktionieren der Postdienste

In News von ASGB Redaktion

Sehr geehrte Mitarbeiter, liebe Kollegen,

unser Arbeitgeber, die Poste Italiane hat mit der Umsetzung der Neuorganisation der Arbeitszeiten und der Umstellung im Zustellbereich ein Chaos herbeigeführt, dessen Leidtragende die gesamte Südtiroler Gesellschaft ist. In erster Linie sind natürlich wir Postbediensteten betroffen, die mit einer enormen Zunahme der Arbeitslast konfrontiert sind, erhöhtem Stress ausgesetzt sind – mit der Wahrscheinlichkeit einer Zunahme von Arbeitsunfällen – und nicht zuletzt Gefahr laufen, noch mehr unbezahlte Überstunden leisten zu müssen, um unsere Dienste ordnungsgemäß auszuführen. Aber auch Verbraucher und Verleger sind Leidtragende der Umstellungen, die von den konföderierten Gewerkschaften CISL, UIL und CGIL auf nationaler Ebene abgesegnet wurden. Gerüchte, wonach der ASGB auch seine Unterschrift unter diese unsägliche Reform gesetzt hätte, dementieren wir mit Nachdruck!

Ziel dieser Umstellung scheint allein die Gewinnmaximierung für die Aktionäre der Poste Italiane gewesen zu sein, ansonsten gibt es nur Verlierer. Die versprochenen 25 unbefristeten Anstellungen sind ein Tropfen auf dem heißen Stein – davon sollten wir uns nicht ablenken lassen. Es besteht sogar der nicht unbegründete Verdacht, dass es sich nicht um Neuanstellungen handeln wird, sondern nur um die Umwandlung von befristeten Arbeitsverhältnissen in unbefristete Arbeitsverhältnisse.

Liebe Kollegen, die einzige Chance etwas zu verbessern, liegt im Abschluss eines territorialen Abkommens mit unserem Arbeitgeber. Dafür brauchen wir aber Schlagkraft und müssen zusammenhalten. Wir rufen jeden, der mit der Situation unzufrieden ist, auf, sich mit uns in Kontakt zu setzen. Die anderen Gewerkschafsbünde in Südtirol werden keinen Finger rühren, eine lokale Änderung zu erzielen, denn sie hängen am Gängelband ihrer nationalen Bünde, die die Misere mit zu verantworten haben. Wenn wir aber zusammenhalten, besteht die Chance, dass wir die für uns aktuell prekäre Situation zu unseren Gunsten abschwächen können! Zeigen wir der Zentralverwaltung, dass wir Südtiroler uns nicht zur Melkkuh für Profitgier machen lassen, sondern uns gemeinsam für angemessene Arbeitsbedingungen und für ein im europäischen Kontext vergleichbares, ordnungsgemäßes Funktionieren der Dienstleistungen im Postbereich einsetzen!

Mit freundlichen Grüßen,
Alfred Sebastian Moser, ASGB Betriebssekretär Post
Tony Tschenett, Vorsitzender des ASGB

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